Archiv für den Monat November 2014

I’ll be getting out as soon as I can fly – Donald Ray Pollocks “Knockemstiff”

Kaum zu glauben, dass es diesen Ort wirklich geben soll. Dieses „Knockemstiff“, von dem der amerikanische Autor Donald Ray Pollock da erzählt. Es liegt in Ohio, verrät der Klappentext, und der Autor sei hier aufgewachsen, habe zunächst in der Fleischverarbeitung, dann jahrelang in einer Papierfabrik gearbeitet, bevor er als Schriftsteller Aufmerksamkeit erregte. Er hat es geschafft, irgendwann diesem Kaff zu entkommen, dessen Name wie ein schlechter Scherz anmutet. Die meisten der Figuren seiner American Shorts teilen dieses Glück nicht. Sie kommen entweder unter die Räder oder verharren in einem Kreislauf aus Armut, Hoffnungslosigkeit und Gewalt. In diesem Namen, diesem „schlag sie tot“, spiegelt sich bereits ihr Schicksal wieder. Hier gilt das Recht des Stärkeren, fressen oder gefressen werden, Täter oder Opfer – dazwischen gibt es nichts – und beide sind in dieser Welt mit dem seltsamen Namen gefangen. I’ll be getting out as soon as I can fly – Donald Ray Pollocks “Knockemstiff” weiterlesen

The firstborn’s not dead – Nick Caves „And the Ass Saw the Angel“

Pünktlich zum Kinostart der neuen Doku-Fiction über Nick Cave, „20000 Days on Earth“, nehmen wir den ersten Roman des umtriebigen Künstlers noch einmal unter die Lupe. „And the Ass Saw the Angel“ erschien bereits 1989, also vor einem Vierteljahrhundert, und obwohl sich Nick Cave mittlerweile künstlerisch deutlich weiterentwickelt hat, lassen sich im Roman etliche Motive finden, die sein Werk auch heute noch beeinflussen. The firstborn’s not dead – Nick Caves „And the Ass Saw the Angel“ weiterlesen