1000 Zeichen für…

Robert Seethalers „Ein ganzes Leben“

Ein jeder hinkt für sich allein

Ein ganzes Leben auf 150 Seiten? Gewagt, in einer Zeit, in der sich umfangreiche Biografien, wahre wie fiktionale, in den Auslagen auftürmen. Und doch ist hier ein Roman, der mit wenigen Worten viel sagt, der es versteht, mit seiner klaren, aber poetischen Sprache die komplexe Innerlichkeit eines schweigsamen, auf den ersten Blick einfach gestrickten Menschen auszuloten.

Wie sein Protagonist Andreas Egger wirkt der Roman etwas aus der Zeit gefallen: Schroffe Menschen in der schroffen Bergwelt der Alpen, die ihr Leben der erbarmungslosen Natur abtrotzen. Der Tod ist allgegenwärtig in diesem Text, der berührt, ohne rührselig zu sein, der unter der Oberfläche auch manchmal Komik durchblitzen lässt, ohne seine Figuren der Lächerlichkeit preiszugeben.
Seethaler nutzt die Stille als Resonanzraum, die Stille der Bergwelt wie die seines stoischen Helden, um mit Ein ganzes Leben einen Roman vorzulegen, der noch lange nachhallt.

Robert Seethaler – Ein ganzes Leben. Hanser, 2014.

Eine ausführliche Besprechung findet sich auf bloglichter.

 

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