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Golo Manns „Wallenstein“

Träumen tue ich Spinnweben und Angst und Kot

Ein Warlord in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Penibel aufgelistete Baumaßnahmen Wallensteins, neben Inneren Monologen. Etwas poetisch sei ihm sein „Wallenstein“ geraten, urteilt Golo Mann selbst. Vielleicht hat der Text auch deshalb mehr zu bieten als das bloß historische Interesse an einer ambivalenten Figur in einem religiös verbrämten Hegemonialkrieg.

Einem Krieg, in den etliche Parteien verstrickt waren. Keine Großmacht wollte fehlen. Laufend wechselnde Bündnisse. Splittergruppen, Partikularinteressen. Ein Krieg, in dem es nur vordergründig um Konfessionen ging. Man lernt Begriffe kennen, etwa „Magdeburgisieren“, und ist fassungslos angesichts der Massaker. Wie endlos sind unter diesen Umständen 30 Jahre? Golo Mann behauptet immer wieder, der Krieg habe zu diesem oder jenem Zeitpunkt enden können, wenn… ja, wenn… Parallelen zum heutige Syrien drängen sich auf und man hofft, der Albtraum dort dauert nicht noch weitere 25 Jahre.

Golo Mann – Wallenstein. Spiegel-Verlag, 2006.

 

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