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Golo Manns „Wallenstein“

Träumen tue ich Spinnweben und Angst und Kot

Ein Warlord in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Penibel aufgelistete Baumaßnahmen Wallensteins, neben Inneren Monologen. Etwas poetisch sei ihm sein „Wallenstein“ geraten, urteilt Golo Mann selbst. Vielleicht hat der Text auch deshalb mehr zu bieten als das bloß historische Interesse an einer ambivalenten Figur in einem religiös verbrämten Hegemonialkrieg. 1000 Zeichen für… weiterlesen

Ernstfall, es ist schon längst soweit – Juan S. Guses „Lärm und Wälder“

Dystopien sind gerade sehr in Mode, was wohl vor allem daran liegt, dass dies eine Form ist, in der sich die gegenwärtige Stimmungslage besonders gut bündeln lässt. Eine Gesellschaft, die sich spätestens seit dem Börsencrash 2008 in einem Zustand der Dauerkrise befindet, möchte, zumindest literarisch, das bestätigt sehen, was man immer schon wusste: Das Ende ist nah. Auch wenn sich diese permanente Krise auf das alltägliche Leben für die meisten gar nicht spürbar auswirkt. Die Angst will sich bestätigt wissen. Der wohlige Grusel vor dem Untergang will zumindest in der Fiktion ausgelebt werden. Auch in „Lärm und Wälder“ erschafft der deutschen Autors Juan S. Guse eine Dystopie, allerdings auf so raffinierte Art und Weise, dass ein Blick auf den Roman allemal lohnt, denn hier ist es die Paranoia selbst im Angesicht einer diffusen Bedrohungslage, die verhandelt wird. Ernstfall, es ist schon längst soweit – Juan S. Guses „Lärm und Wälder“ weiterlesen

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Robert Seethalers „Ein ganzes Leben“

Ein jeder hinkt für sich allein

Ein ganzes Leben auf 150 Seiten? Gewagt, in einer Zeit, in der sich umfangreiche Biografien, wahre wie fiktionale, in den Auslagen auftürmen. Und doch ist hier ein Roman, der mit wenigen Worten viel sagt, der es versteht, mit seiner klaren, aber poetischen Sprache die komplexe Innerlichkeit eines schweigsamen, auf den ersten Blick einfach gestrickten Menschen auszuloten. 1000 Zeichen für… weiterlesen