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Steno-Rezension – Dark Star (USA, 1974; John Carpenter)

Hippie-Bomberpiloten im Dirt-Space. Kommunarden-Koller in der Weltraum-WG untermalt von Mondscheinserenaten, Surfrock und von Carpenter höchstselbst komponiertem Space-Country. Durchgelatschte Turnschuhe, Gummihühner, Zigarillos und ein Flaschenxylophon. Das hat man davon, wenn man ungewaschene Gammler ins Weltall schickt, um instabile Planeten zwecks späterer Kolonisierung des Weltraumsektors mit Atombomben in die Luft zu jagen.

Viel Leerlauf in den Köpfen der Raumfahrer, viel Leerlauf auch im Film. Surfer-Sehnsüchte vor Purpurfilter. Strandflair mit Hawaiihemd und Liegestuhl unter Weißlicht im Stahlflur des Raumschiffs. Zum Zeitvertreib Schießübungen mit Laserkanonen in Plastikoptik. Slapstick-Albernheiten mit einer außerirdischen Lebensform, die verdächtig nach einem angemalten Strandball mit Gummimonsterfüßen aussieht. Nichts ist zu billig, um nicht ein wenig Filmzeit zu schinden.

Hin und wieder unterhaltsam, der episodenhafte Mittelteil mit seinen manchmal schrägen Einfällen – den Film als Ganzes hält er aber nicht überzeugend zusammen. Bei Dark Star sind die 79 Minuten Lauflänge bestimmt kein Manko. Erst am Ende, als pseudo-philosophische Persiflage auf Kubricks 2001 – Odyssee im Weltraum kommt der Film in Fahrt. Skurril und gar geistreich die Diskussion mit der so höflichen wie renitenten Bombe. Mit ein bisschen Phänomenologie lässt sich so manche brenzlige Situation entschärfen … oder auch nicht.

Dieses Ende macht vieles wett, zu einem Must-See macht es den Film trotzdem nicht.

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„Dark Star“ Copyright © Jack H. Harris Enterprises Inc., 1974